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jahrgang_2006_ausgabe_01_artikel_06

===Betriebskostenspiegel=== ====Betriebskostenspiegel==== Nun liegt er also vor, der erste re­prasentative, bundesweite Betriebs­kostenspiegel, der laut Deutscher Mieterbund (0MB) bundesweit gilt. Hut ab vor dieser hervorragenden Marketinginitiative. Wird doch durch die gewählten Begrifflichkeiten der Eindruck erweckt, als handele es sich wie beim qualifizierten Mieten­spiegel um einen nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen auf Basis einer repräsentativen, gewichteten Stichprobe erstellten Spiegel mit amtlichem Charakter. Abgesehen davon, dass mit einer Datenmenge von eher zufällig eingereichten l3.000 Betriebskostenabrechnungen (= weniger als ein Prozent des Mietwohnungsbestan­des) die Betriebskosten für über 21 Millionen Mieterhaushalte nicht wirklich repräsentativ widergespie­gelt werden können, fehlen fur eine qualifizierte Analyse sämtliche wichtigen Strukturdaten, wie sie z.B. bei Mietenspiegeln mit GröBe, Baualter, Lage und Ausstattung vorhanden sind. Die vermeintliche Transparenz des Betriebskostenspiegels ist des­halb eine Scheintransparenz. Ohne die entsprechenden Struktur- und Verbrauchsdaten kann kein Mieter beurteilen, ob seine Betriebskosten angemessen sind - selbst wenn sie im Mittelwert- oder unte­ren Grenzwertbereich liegen. Der mit den Durchschnittswerten des Betriebskostenspiegels erweckte Eindruck der Angemessenheit der Betriebskosten ist nicht nur unseriös sondern auch gefährlich im Zusammenhang mit der oft restriktiven und willkürlichen Begrenzung der angemessenen Unterkunftskosten fur Hartz IV-Empfanger. Leider ist es äuBerst schwierig, bei diesem zunächst einfach anmutenden Thema mit differenzierten Aussagen zu argumentieren. Dabei entsteht schnell der Eindruck einer defensiven Verhaltensweise. Das als Polemik oder ängstliche Haltung zu bezeichnen, liegt allerdings neben der Sache.Wir werden deshalb nicht nachlassen in unserem Bemühen, möglichst viele Wohnungsunternehmen fur eine Teilnahme am Betriebskosten­ Benchmarking auf Basis der Geislinger Konvention zu gewinnen. Nur so können überzeugende Antworten zu Fragen der angemessenen Betriebskostenhöhe und dem Bemühen, diese kostensenkend zu beeinflussen, gegeben werden. Dr. Joachim Wege Verbandsdirektor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. inhalt

jahrgang_2006_ausgabe_01_artikel_06.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)