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jahrgang_2006_ausgabe_02_artikel_06

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jahrgang_2006_ausgabe_02_artikel_06 [2017/02/27 22:09]
jahrgang_2006_ausgabe_02_artikel_06 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Aus der Praxis für die Praxis===
 +====Kommunale Gebühren im Auge behalten====
 +Seit vielen Jahren bemüht sich die unternehmerische Wohnungswirtschaft,​ Struktur und lnhalte ihrer Betriebskostenabrechnungen im lnteresse ihrer Mieter weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu verbessern. Hiermit ​ sind  nicht nur die gesetzlichen Vorgaben ge­meint, sondern eine Vielzahl von lnstrumenten zur Reduzierung der wohnungswirtschaftlichen Betriebs­kosten bzw. zur Begrenzung ihres Anstiegs. Dazu zählen MaBnahmen wie z. B. die Schaffung von Standard­bewirtschaftungsverträgen und die hierdurch ermöglichte Leistungs­ Kosten-Transparenz,​ die Standardisierung vieler in Anspruch genom­mener Dienstleistungen öffentlicher und privater Unternehmen,​ hohe lnvestitionen in die energetische Op­timierung ihrer Wohngebäude und vieles mehr. Zusätzlich wurden Bewertungsstrukturen geschaffen, die sachgerechte Vergleichsmöglich-keiten der Betriebskosten bis  weit ins Detail ermöglichen. An dieser Stelle sei auf die in der Wohnungs­wirtschaft mittlerweile anerkannten Standards der ,,​Geislinger Konvention"​ hingewiesen.
 +Mit Sicherheit haben die MaBnah­men, ​  ​die ​  ​sich ​  ​unter ​  dem Begriff
 +operationable Hebel" zusammen ­ fassen lassen, dazu geführt, den Anstieg der wohnungswirtschaft­lichen Betriebskosten im Rahmen des Möglichen zu begrenzen . Andererseits aber sind in der Vergangenheit noch nicht alle Möglichkeiten genutzt worden, bereits vor der Entstehung der Betriebskosten noch stringenter auf die Kostenverursacher einzuwirken.
  
 +Gemeint sind die öffentlich rechtlichen bzw. in anderer Form dem kommunalen Bereich zuzuordnenden lnstitutionen. Gerade in diesen Bereichen wurden in den letzten Jahren Kostenentwicklungen ausgelöst, die die Mitglieder ​ und  Mieter von Wohnungsgenossenschaften ​ und  -gesellschaften ​ besonders
 +getroffen haben: Zwischenzeitlich beträgt der Anteil der öffentlichen Kosten fur Grundsteuer,​ Be- und Entwässerung sowie Müllabfuhr an den ,,​kalten"​ Betriebskosten rund 65% - zum Teil auch noch  darüber. Das hat dazu geführt, dass die durchaus erfolgreichen Anstren­gungen der Wohnungsunternehmen bei der Senkung einzelner Betriebskostenarten im Gesamtergebnis quasi ,,​verpufft"​ sind. Wir sollten deshalb noch stärker als bisher unser Augenmerk auf diese Positionen richten. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite alle MaBnahmen
 +zum Teil mit erheblichem organisa­torischem ​ und  finanziellem ​ Aufwand-erarbeitet und umgesetzt und die erzielten Erfolge auf der anderen Seite vielfach in völlig intransparenter Form wieder zu Nichte gemacht werden.
 +
 +Dem Bereich der kommunalen Gebühren und Abgaben sollten wir deshalb zukünftig noch mehr Aufmerksamkeit widmen, auch wenn dieses dem einen oder anderen Stadtkammerer nicht so recht ge­fallen mag. Hierzu gehört auch die Diskussion mit den Entscheidungsgremien darüber, wie z. B. bei einer sachgerechten Gebührenkalkulation vorzugehen ist. Werden z. B. in einer Gebührenkalkulation bei der Abschreibung die Wiederherstellungs­ bzw. Wiederanschaffungskosten anstatt die Anschaffungs- bzw. Her­stellungswerte zugrunde gelegt, so sind steigende Kosten bzw. Gebüh­ren die automatische Falge.In vielen Satzungen ist festgelegt, dass die Erhebung kommunaler Be­nutzungsgebühren auf Basis des Kostendeckungsprinzips zu erfolgen hat. Auch hier stellt sich die Frage, wie und in welchem Umfang sachgerechte Kalkulationsansätze ​ offen zu legen und dann im Rahmen all­ gemeiner betriebswirtschaftlicher Kalkulationsmethoden zu bewerten sind. Neben der Frage sachgerechter Zinssätze für das eingesetzte Eigenkapital ist neben den schon bereits genannte n Abschreibungssätzen auch die Frage der Abschreibungsdauer von erheblicher Be­deutung,​ da diese die Kosten- bzw. Gebührenhöhe entscheidend beein­flusst.
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 +Wenn auch die Privatisierung ​ öf­fentlicher Ver- und Entsorgungsun­ternehmen nicht immer das alleinige Ziel sein kann, so sollte jedoch im lnteresse unserer Mitglieder und Mieter darauf gedrängt werden, dass auch in diesen Bereichen allgemeine betriebswirtschaftliche Grundsätze bei der Gebühren- bzw. Kostenkal­kulation zur Anwendung ​ kommen.
 +Vergessen wir an dieser Stelle nicht, dass wir gerade auch mit diesen MaBnahmen ​  ​eine ​ wichtige ​ Sozialfunktion für unsere Mitglieder und Mieter wahrnehmen, die vor allem ihre gesamte monatliche Wohnkos­tenbelastung im Fokus haben. Sie bewerten ihre Betriebskostenabrechnungen nur in geringerem Maße unter formalen Aspekten - für sie ist eine Betriebskostenabrechnung nur dann akzeptabel, wenn sich das Gesamtergebnis in einem vertretbaren Rahmen ​ bewegt. ​ Schauen wir also besonders auch denen auf die Hände, die  zum Teil ohne  jede
 +Transparenz und auBerhalb jeder Nachvollziehbarkeit 2/3 der woh­nungswirtschaft- lichen Betriebskos­ten beeinflussen!
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 +inhalt
jahrgang_2006_ausgabe_02_artikel_06.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)