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jahrgang_2006_ausgabe_03_artikel_05

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jahrgang_2006_ausgabe_03_artikel_05 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Aus der Praxis für die Praxis===
 +====Augen auf bei  Strompreiserhöhungen ====
 +Die Strompreise in Deutschland liegen im Jahr 2006 deutlich über dem Preisniveau vor der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998. Experten rechnen fur  2007 mit weiteren Steigerungen von  bis zu zwö1f Prozent. Umso wichtiger ist es, die Augen offen zu halten und sich Transparenz über die Strom­ preisstruktur zu verschaffen,​ wenn wieder einmal an der Preisschraube gedreht wird.Neben den gestiegenen Steuern und Abgaben verweisen die Stromversorger in diesem Zusammenhang immer wieder auf die gestiegenen Einkaufs­preise an der Strombörse in Leipzig. Das ist zwar grundsätzlich nicht van der Hand zu weisen. Die Frage ist nur: Müssen die Strompreise deshalb so stark steigen? Klare Antwort: Nein! Wenn man den  Strompreis ​ einmal in seine Einzelteile zerlegt, wird das deutlich. Beim Strom macht der Einkauf - also die Beschaffungskosten an der Strombörse in Leipzig - grob geschätzt ​ ein Drittel aus und  da ist 
 +es schon interessant,​ wie sich erhöh­te Beschaffungskosten am Ende auf den Kilowattstundenpreis auswirken. Selbst wenn der Stromeinkauf an der Leipziger Strombörse um l00 Prozent teurer würde, dürfte sich diese Preiserhöhung im Endeffekt nur um 30 Prozent auf den Verbrauchertarif niederschlagen. Denn zum Gesamtpreis trägt der Einkauf ​ schlieBlich nur 30 Prozent bei. Die Versorgungsunternehmen handhaben das in der Regel aber anders. Höhere Beschaf­fungskosten legen sie auf alle Preisbestandteile um. Eine mit verschiedenen Ausgangswerten angelegte Excel-Tabelle (s. unten) macht das deutlich.Solange die Energieversorger ihre Preiskalkulation nicht transparent machen, wissen wir nicht genau, wie hoch die einzelnen Positionen anteilig sind. Wir mussen also mit Unterstellungen arbeiten. Nehmen wir an, bei einem Versorger beträgt der Stromeinkauf 30 Prozent am Gesamtpreis. An der Börse wird Strom um 50 Prozent teurer. Das Versorgungsunternehmen will das an den Endverbraucher weitergeben. Nahm es fur eine Kilowattstunde ​ bisher zum Beispiel 18 Cent, dürfte es jetzt korrekterweise 2,7 Cent mehr verlangen - also auf 20,7 Cent (= plus 15 Prozent) und nicht auf 27,0 Cent (= plus 50 Prozent) erhöhen.
  
 +Oft handelt ​ es sich um winzige Be­träge, aber am Ende kommen schöne Summen zusammen - fur die Versorger. Hier ware zu wünschen, dass diejenigen, die in den politischen Gremien die Entscheidung darüber fällen, ob man Preissteigerungen zulässt oder nicht, noch kritischer auf die Preisbildungsmethoden der Versorgungsunternehmen schauen und sich sachkundig machen. Deshalb: Augen auf bei Strompreiserhöhun­gen
 +inhalt
jahrgang_2006_ausgabe_03_artikel_05.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)