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===Kuckucksei § 35a EStG=== ====Kuckucksei § 35a EStG==== Gemäß § 35a EStG können Steuerpflichtige jährlich 20 Prozent von maximal jeweils 3.000 Euro Lohnkostenanteil für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen ‒ insgesamt also bis zu 1.200 Euro ‒ von ihrer Steuerschuld absetzen. Eigentlich sollte mit dieser vom Gesetzgeber ersonnenen Regelung ein Beitrag zum Abbau der Schwarzarbeit geleistet werden. Fragwürdig genug ist das schon angesichts der Alternative für zur Beauftragung von Schwarzarbeit bereite Bürger: Maximal 20 Prozent auf den Lohnkostenanteil von Handwerkerrechnungen und haushaltsnahe Dienstleistungen oder mindestens 19 Prozent (gesparte Mehrwertsteuer) auf die gesamte Summe ... . Besonders fragwürdig wird es aber, wenn diese Bestimmung auch dort zur Anwendung kommen soll, wo es gar kein direktes Auftragsverhältnis gibt, und Schwarzarbeit somit nicht zu befürchten ist. Gemeint sind die im BMF-Anwendungsschreiben zu § 35a EStG vom 3. November 2006 unter III Nr. 15 ausdrücklich erwähnten Beträge, die Mieter im Rahmen ihrer Betriebskostenabrechnungen für anteilig darin enthaltene entsprechende Leistungen aufwenden. Bis einschließlich 2006 können diese steuerbegünstigten Aufwendungen auch auf dem Schätzwege ermittelt werden (VI Nr. 32). Danach, d. h. für Abrechnungszeiträume ab 2007, sind für die in der Betriebskostenabrechnung enthaltenen begünstigten Aufwendungen die Lohn-, Maschinen- und Fahrtkosten gesondert auszuweisen. Da dieses überwiegend als eine mietvertragliche Nebenpflicht angesehen wird, werden Vermieter wohl nicht um diese zusätzliche Dienstleistung umhinkommen. An dieser Stelle schon einmal schönen Dank an den Gesetzgeber für diesen „gelungenen“ Beitrag zur Entbürokratisierung ... . Ob dem Bundesfinanzministerium bewusst war, welches Kuckucksei es damit den Vermietern ins Nest gelegt hat? Alles Lamentieren nützt jedoch nichts, solange es diese aus Mietersicht positive Regelung gibt, sollten die Vermieter diesen Service leisten, soweit das nicht mit unzumutbarem Aufwand verbunden ist. Eine Adhoc-Arbeitsgruppe des GdW hat im Dezember vergangenen Jahres hierzu Empfehlungen erarbeitet. Auch die führenden wohnungswirtschaftlichen EDV-Anbieter werden ihren Kunden mit dem GdW abgestimmte Lösungen anbieten.inhalt

jahrgang_2007_ausgabe_01_artikel_03.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)