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jahrgang_2007_ausgabe_01_artikel_03

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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jahrgang_2007_ausgabe_01_artikel_03 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Kuckucksei § 35a EStG=== 
 +====Kuckucksei § 35a EStG==== 
 +Gemäß § 35a EStG können Steuerpflichtige 
 +jährlich 20 Prozent von maximal 
 +jeweils 3.000 Euro Lohnkostenanteil 
 +für haushaltsnahe Dienstleistungen 
 +und Handwerkerleistungen 
 +‒ insgesamt also bis zu 1.200 Euro 
 +‒ von ihrer Steuerschuld absetzen. 
 +Eigentlich sollte mit dieser vom Gesetzgeber 
 +ersonnenen Regelung ein 
 +Beitrag zum Abbau der Schwarzarbeit 
 +geleistet werden. Fragwürdig 
 +genug ist das schon angesichts der 
 +Alternative für zur Beauftragung 
 +von Schwarzarbeit bereite Bürger: 
 +Maximal 20 Prozent auf den Lohnkostenanteil 
 +von Handwerkerrechnungen 
 +und haushaltsnahe Dienstleistungen 
 +oder mindestens 19 Prozent 
 +(gesparte Mehrwertsteuer) auf 
 +die gesamte Summe ... . Besonders 
 +fragwürdig wird es aber, wenn diese 
 +Bestimmung auch dort zur Anwendung 
 +kommen soll, wo es gar kein 
 +direktes Auftragsverhältnis gibt, 
 +und Schwarzarbeit somit nicht zu 
 +befürchten ist. 
 +Gemeint sind die im BMF-Anwendungsschreiben 
 +zu § 35a EStG vom 
 +3. November 2006 unter III Nr. 15 
 +ausdrücklich erwähnten Beträge, die 
 +Mieter im Rahmen ihrer Betriebskostenabrechnungen 
 +für anteilig darin 
 +enthaltene entsprechende Leistungen 
 +aufwenden. Bis einschließlich 
 +2006 können diese steuerbegünstigten 
 +Aufwendungen auch auf dem 
 +Schätzwege ermittelt werden (VI Nr. 
 +32). Danach, d. h. für Abrechnungszeiträume 
 +ab 2007, sind für die in der 
 +Betriebskostenabrechnung enthaltenen 
 +begünstigten Aufwendungen die 
 +Lohn-, Maschinen- und Fahrtkosten 
 +gesondert auszuweisen. Da dieses 
 +überwiegend als eine mietvertragliche 
 +Nebenpflicht angesehen wird, 
 +werden Vermieter wohl nicht um 
 +diese zusätzliche Dienstleistung umhinkommen. 
 +An dieser Stelle schon 
 +einmal schönen Dank an den Gesetzgeber 
 +für diesen „gelungenen“ 
 +Beitrag zur Entbürokratisierung ... . 
 +Ob dem Bundesfinanzministerium 
 +bewusst war, welches Kuckucksei 
 +es damit den Vermietern ins Nest 
 +gelegt hat? Alles Lamentieren nützt 
 +jedoch nichts, solange es diese aus 
 +Mietersicht positive Regelung gibt, 
 +sollten die Vermieter diesen Service 
 +leisten, soweit das nicht mit unzumutbarem 
 +Aufwand verbunden ist. 
 +Eine Adhoc-Arbeitsgruppe des GdW 
 +hat im Dezember vergangenen Jahres 
 +hierzu Empfehlungen erarbeitet. 
 +Auch die führenden wohnungswirtschaftlichen 
 +EDV-Anbieter werden 
 +ihren Kunden mit dem GdW abgestimmte 
 +Lösungen anbieten.inhalt
jahrgang_2007_ausgabe_01_artikel_03.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)