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jahrgang_2007_ausgabe_02_artikel_04

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

jahrgang_2007_ausgabe_02_artikel_04 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Aus der Praxis für die Praxis=== 
 +====Verbrauchserfassungskosten versus Betriebskosteneinsparung==== 
 +Für die seit Jahren steigenden Betriebskosten 
 +sind zwar im Wesentlichen 
 +die überproportionalen Erhöhungen 
 +der öffentlichen Gebühren 
 +und Abgaben verantwortlich,​ aber 
 +auch die Verbräuche haben ihren 
 +Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. 
 +Ein Grund hierfür ist sicherlich 
 +die Tatsache, dass in der Vergangenheit 
 +auch die verbrauchsabhängigen 
 +Betriebskosten überwiegend über 
 +die Wohnfläche statistisch und damit 
 +anonym zugeordnet und verteilt 
 +wurden. Das hat dazu geführt, dass 
 +Einsparpotenziale nicht oder nur begrenzt 
 +wahrgenommen wurden, weil 
 +sich individuelles Sparverhalten für 
 +den einzelnen Mieter nur in geringem 
 +Maße rechnete. Folgerichtig hat der 
 +Gesetzgeber eine Reihe gesetzlicher 
 +Rahmenbedingungen geschaffen,​ 
 +um den „Sparwillen“ der Mieter zu 
 +fördern und Ressourcen zu schonen. 
 +Insbesondere sind dieses die 
 +Vorschriften des § 556a Abs. 1 und 
 +2 BGB, §§ 21 ff. NMV 1970 und die 
 +Heizkostenverordnung. 
 +Voraussetzung für verbrauchsabhängige 
 +Betriebskostenabrechnungen 
 +ist die Installation entsprechender 
 +Erfassungs- bzw. Messgeräte und die 
 +Schaffung der hierfür notwendigen 
 +Rahmenbedingungen. Weitgehend 
 +werden diese Aufgaben von hierauf 
 +spezialisierten Dienstleistungsunternehmen 
 +übernommen. Aus ökonomischen 
 +und ökologischen Gründen 
 +sind diese Erfassungsmethoden und 
 +Abrechnungssysteme nicht in Frage 
 +zu stellen. Schließlich liegen die damit 
 +verbundenen positiven Effekte 
 +sowohl im Mieter- als auch im Vermieterinteresse. 
 +Sorgen bereitet in diesem Zusammenhang 
 +allerdings der wachsende 
 +Anteil der Mess- bzw. Erfassungsund 
 +Ablesekosten in Relation zu 
 +den Gesamtkosten. So haben aktuelle 
 +Überprüfungen ergeben, dass 
 +diese Mess- bzw. Erfassungskosten 
 +für eine durchschnittlich ausgestattete 
 +70 Quadratmeter-Wohnung 
 +zwischen 50 und 80 Euro jährlich 
 +liegen (Heizung, Warmwasser sowie 
 +Be- und Entwässerung werden wohnungsindividuell 
 +erfasst und abgerechnet;​ 
 +alle Wasserzähler werden 
 +geleast). Bezogen auf die gesamten 
 +Kosten macht das einen Anteil von 
 +ca. 6,5 bis 8,5 Prozent aus. Um diese 
 +Kosten zu kompensieren,​ müsste 
 +ein Mieterhaushalt in Hamburg ‒ nur 
 +auf die Kosten der Be- und Entwässerung 
 +bezogen ‒ 20 Kubikmeter 
 +jährlich weniger verbrauchen! 
 +Insbesondere bei den „warmen Betriebskosten“ 
 +haben umfängliche 
 +energetische Investitionen der Vermieter 
 +und energiebewusstes Verhalten 
 +der Mieter bewirkt, dass die 
 +Energieverbräuche und damit auch 
 +die Energiekosten gesenkt bzw. begrenzt 
 +werden konnten. Das hat dazu 
 +geführt, dass der Anteil der Messund 
 +Ablesekosten prozentual von 
 +Jahr zu Jahr gestiegen ist. Verstärkt 
 +wurde diese Entwicklung vielfach 
 +durch häufig nicht nachvollziehbare 
 +Preisanhebungen der Dienstleistungsunternehmen. 
 +Zeitungsberichte 
 +mit Titeln wie „Luxus-Preise fürs 
 +Ablesen“ oder „Ablesefirmen zocken 
 +Mieter ab“ passen da ins Bild. Angesichts 
 +der Tatsache, dass immer 
 +mehr Wohnungen entsprechend 
 +ausgestattet werden müssen, hätte 
 +man wegen des mengenabhängigen 
 +Kostendegressionseffektes eigentlich 
 +Kostenreduzierungen erwarten 
 +können! 
 +Auch für diesen Bereich ist deshalb 
 +in noch stärkerem Maße als bisher 
 +eine permanente Marktbeobachtung 
 +wichtig. Vor allem beim Abschluss 
 +langfristiger Verträge ist sensibles 
 +Vorgehen gefordert, um die Flexibilität 
 +des Wohnungsunternehmens 
 +hier nicht zu gefährden. Denkbar wäre 
 +auch, durch eine Nachfragebündelung 
 +die gemeinsamen Interessen 
 +zusammenzuführen und stärker zur 
 +Geltung zu bringen, damit es eines 
 +Tages nicht heißt: „Erfassen, Messen 
 +und Ablesen ‒ nein danke!“ 
 +Carl-Peter Blöckerinhalt
jahrgang_2007_ausgabe_02_artikel_04.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)