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jahrgang_2007_ausgabe_03_artikel_04

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

jahrgang_2007_ausgabe_03_artikel_04 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Aus der Praxis für die Praxis=== 
 +====Wenn der Ableser dreimal klingelt....==== 
 +Gerade auf die Höhe der verbrauchsabhängigen 
 +Betriebskosten,​ die häufig 
 +sehr kostenintensiv sind, können 
 +Mieter direkt Einfluss nehmen. Im 
 +Sinne einer stärkeren Beachtung 
 +des Kostenverursachungsprinzips 
 +auf der einen wie auch der Sicherstellung 
 +einer möglichst „gerechten“ 
 +Verteilung auf der anderen Seite hat 
 +der Gesetzgeber deshalb für eine 
 +Reihe dieser Betriebskosten entsprechende 
 +Grundlagen geschaffen:​ 
 +Zwar legt § 556a Abs. 1 BGB (zunächst) 
 +fest, dass „die Betriebskosten 
 +… nach dem Anteil der Wohnfläche 
 +umzulegen“ sind. Ausgenommen 
 +hiervon sind jedoch „Betriebskosten,​ 
 +die von einem erfassten Verbrauch 
 +oder einer erfassten Verursachung 
 +durch den Mieter abhängig“ sind. 
 +Hier ist ein Verteilungsmaßstab zugrunde 
 +zu legen, „der dem unterschiedlichen 
 +Verbrauch oder der 
 +unterschiedlichen Verursachung 
 +Rechnung trägt.“ Gemäß Abs. 2 dieser 
 +Vorschrift kann der Vermieter 
 +einseitig bestimmen, dass einzelne 
 +Betriebskostenarten zukünftig „ganz 
 +oder teilweise nach einem Maßstab 
 +umgelegt werden dürfen, der dem 
 +erfassten unterschiedlichen Verbrauch 
 +oder der erfassten unterschiedlichen 
 +Verursachung Rechnung 
 +trägt.“ 
 +Analoge gesetzliche Regelungen 
 +wurden für den preisgebundenen 
 +Wohnraum für einzelne Betriebskostenarten 
 +durch die Neubaumietenverordnung 
 +1970 in den §§ 21ff. 
 +geschaffen. Darüber hinaus schreibt 
 +die Heizkostenverordnung schon 
 +seit vielen Jahren für die „warmen“ 
 +Betriebskosten verbrauchsabhängige 
 +Abrechnungen verbindlich vor. 
 +Eines haben diese individuell berechneten 
 +Kosten gemeinsam: Zu ihrer 
 +Erfassung müssen Vermieter bzw. 
 +ihre Erfüllungsgehilfen die Wohnungen 
 +der Mieter betreten – so zur 
 +Erfassung der Verbräuche für Kaltund 
 +Warmwasser sowie zur Ablesung 
 +der Heizkostenverteiler. Hinzu 
 +kommt, dass zunehmend technische 
 +Einrichtungen in den einzelnen Wohnungen 
 +regelmäßig einer Funktionskontrolle 
 +und Wartung bedürfen, so 
 +z. B. die Überprüfung der bereits 
 +in mehreren Bundesländern vorgeschriebenen 
 +Rauchwarnmelder. Weitere 
 +Ablesungen – und damit der Zutritt 
 +zu den betroffenen Wohnungen 
 +– können z. B. für Ablesungen der 
 +Gas- und Stromzähler wie auch für 
 +die Erfassung der Verbräuche für 
 +Raumwärme und Warmwasser bei 
 +separat mit Fernwärmeversorgungsunternehmen 
 +abgeschlossenen Verträgen 
 +erforderlich werden. Zwar 
 +bieten viele Versorger und Dienstleister 
 +Systeme an, die die Verbrauchswerte 
 +über Funk weitermelden,​ 
 +doch führt dieses im Regelfalle 
 +zu erhöhten Servicegebühren. Und 
 +diese sollten wir im Interesse unserer 
 +Mieter – unabhängig von den 
 +Vorschriften des § 556 Abs. 3 BGB 
 +(Grundsatz der Wirtschaftlichkeit) 
 +– auf jeden Fall vermeiden! Der Frage, 
 +inwieweit diese 
 +Systeme schon 
 +heute technisch ausgereift sind, soll 
 +an dieser Stelle nicht nachgegangen 
 +werden. 
 +Im Ergebnis bedeutet dieses, dass 
 +bei der überwiegenden Anzahl der 
 +Mieterhaushalte jedes Jahr mehrfache 
 +„Ablesebesuche“ erforderlich 
 +sind. Berufsbedingt müssen viele 
 +Mieter dafür extra Urlaub nehmen. 
 +Nach Aussage der Messdienstfirmen 
 +soll gerade der Aufwand durch 
 +das (z. T. mehrfache) Aufsuchen der 
 +Wohnungen der entscheidende Kostenfaktor 
 +bei ihren Servicegebühren 
 +sein. 
 +Hier wäre also zu überlegen, ob die 
 +Anzahl dieser Besuche durch vertragliche 
 +Regelungen mit den beteiligten 
 +Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen 
 +auf ein Minimum 
 +reduziert werden kann. Dieses sollte 
 +auch die Aktivitäten der Energieversorgungsunternehmen 
 +einschließen. 
 +Eines ist klar: Wenn möglicherweise 
 +nur ein Besuch der Wohnungen erforderlich 
 +ist, würden mit Sicherheit 
 +Kosten eingespart werden. Dieses 
 +sollten wir allen beteiligten Unternehmen 
 +deutlich machen, denn unsere 
 +Kunden sind letzten Endes auch deren 
 +Kunden! Darüber hinaus wächst 
 +die Mieterzufriedenheit,​ wenn der 
 +Ableser nicht mehr dreimal klingelt.inhalt
jahrgang_2007_ausgabe_03_artikel_04.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)