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jahrgang_2008_ausgabe_02_artikel_04

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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jahrgang_2008_ausgabe_02_artikel_04 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Öffentliche Gebühren und Abgaben=== 
 +====Öffentliche Gebühren und Abgaben belasten Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern am stärksten==== 
 +Öffentliche Gebühren und Abgaben 
 +(Grundsteuer,​ Wasser, Abwasser, 
 +Müll und Straßenreinigung) machen 
 +bereits einen Anteil von 60 bis 
 +65 Prozent der „kalten“ Betriebskosten 
 +(ohne Heizung und Warmwasser) 
 +aus. In ihrer Höhe weichen diese 
 +von Kommune zu Kommune teils erheblich 
 +voneinander ab. Dieses führt 
 +zu unterschiedlichen wohnortabhängigen 
 +Belastungen der Mieterhaushalte 
 +mit sogenannten Nebenkosten,​ 
 +auf die sie und auch die Vermieter 
 +nur begrenzten Einfluss haben. 
 +Oftmals sind die Grundlagen der 
 +Gebührenkalkulation sehr intransparent 
 +und die z. T. erheblichen Preisunterschiede 
 +nicht nachvollziehbar. 
 +Um hier etwas mehr Licht ins Dunkel 
 +zu bringen, hat der VNW im zweiten 
 +Halbjahr 2007 bei seinen Mitgliedsunternehmen 
 +deshalb eine Umfrage 
 +zur Höhe der einzelnen Betriebskostenpositionen 
 +durchgeführt. Neben 
 +Hamburg wurden dabei insgesamt 
 +35 Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern 
 +und Schleswig-Holstein 
 +in die Erhebung einbezogen. Das 
 +Ergebnis überrascht nicht wirklich: 
 +Die einzelnen Gebühren und Abgaben 
 +liegen in den untersuchten 
 +Kommunen um bis zu 300 Prozent 
 +auseinander. Tendenziell werden dabei 
 +Mieterhaushalte in Mecklenburg- 
 +Vorpommern durchschnittlich am 
 +stärksten belastet. 
 +Basis für die Ermittlung dieser 
 +Bruttomischpreise 
 +aus den einzelnen 
 +– teilweise sehr unterschiedlichen 
 +– Preisbestandteilen ist ein 
 +Musterobjekt,​ bei dem es sich um 
 +ein Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen 
 +und 2.000 m2 Gesamtwohnfläche 
 +handelt. Stichtag der Erhebung 
 +ist der 1. Juli 2007. 
 +Öffentliche Gebühren und Abgaben belasten 
 +Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern am stärksten 
 +Die zunehmende Enge des Instandhaltungskostenbudgets 
 +zwingt viele 
 +Vermieter, noch wesentlich eingehender 
 +als es vielleicht früher der 
 +Fall war, zu analysieren,​ welche Kosten, 
 +die für die Wartung von Anlagen 
 +und Einrichtungen durch eigene 
 +Mitarbeiter oder Fremdfirmen entstehen,​ 
 +den Instandhaltungsaufwendungen 
 +oder aber den Betriebskosten 
 +zuzuordnen sind. 
 +Ausgangslage für die Wertung, ob 
 +Wartungskosten als Betriebskosten 
 +ansatzfähig oder gegebenenfalls den 
 +Instandhaltungskosten zuzurechnen 
 +sind, ist zunächst § 1 Abs. 2 Nr. 2 
 +BetrKV : Danach gehören die Kosten, 
 +die während der Nutzungsdauer zur 
 +Erhaltung des bestimmungsmäßigen 
 +Gebrauchs aufgewendet werden 
 +müssen, um die durch Abnutzung,​ 
 +Alterung und Witterungseinwirkung 
 +entstehenden baulichen oder sonstigen 
 +Mängel ordnungsgemäß zu 
 +beseitigen (Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten),​ 
 +nicht zu den 
 +umlagefähigen Betriebskosten. 
 +Im Betriebskostenkatalog des § 2 
 +BetrKV werden Wartungskosten,​ in 
 +den Ziffern 2, 4 bis 7, 15 und 16 
 +aufgeführt,​ wobei die Bezeichnung 
 +„Wartung“ selbst nur unter Ziffer 2 
 +als „Wartung von Wassermengenreglern“ 
 +sowie unter den Ziffern 4 d 
 +und 5 c als „Wartung von Etagenheizungen 
 +bzw. von Warmwassergeräten“ 
 +genannt ist. Ansonsten werden 
 +„die Kosten der Überwachung,​ der 
 +regelmäßigen Prüfung der Betriebsbereitschaft 
 +und Betriebssicherheit 
 +sowie die entsprechende Einstellung 
 +durch eine Fachkraft“ aufgezählt,​ 
 +die man unter dem Sammelbegriff 
 +„Wartungskosten“ zusammenfassen 
 +kann. Bei der Beurteilung,​ ob Wartungskosten 
 +als Betriebskosten anzusehen 
 +sind, kommt es demzufolge 
 +entscheidend darauf an, ob durch 
 +sie ein Beitrag zur Betriebssicherheit 
 +oder zur Gefahrenabwehr geleistet 
 +wird. Dieses kann wegen der technischen 
 +Ausstattung bestimmter 
 +Anlagen und Einrichtungen (Warmwassergeräte,​ 
 +maschinelle Wascheinrichtungen) 
 +erforderlich oder 
 +aufgrund gesetzlicher Vorschriften,​ 
 +wie z. B. Bundes- Immissionsschutzgesetz 
 +oder Aufzugsanlagenverordnung,​ 
 +notwendig sein. Eine Ausnahme, 
 +die die genannten Kriterien 
 +im engeren Sinne nicht erfüllt aber 
 +dennoch ausdrücklich unter § 2 BetrKV 
 +Ziffer 15 a erwähnt ist, bildet 
 +die Gemeinschafts-Antennenanlage. 
 +Hierin kommt jedoch auch die herausragende 
 +Bedeutung, die der Gesetz- 
 +und Verordnungsgeber dem 
 +Fernsehen beimisst, zum Ausdruck. 
 +Findige Firmen bieten dennoch Wartungsverträge 
 +an, bei denen leicht 
 +der Eindruck entsteht, dass es sich 
 +bei den Kosten dieser Verträge um 
 +als Betriebskosten umlagefähige 
 +Wartungskosten handelt. Das gilt 
 +z. B. für die vielfach vom Fensterhandel 
 +und den mit dem Einbau von 
 +Fenstern befassten Fachbetrieben 
 +angebotenen Fenster-Wartungsverträgen. 
 +Von der Überprüfung der 
 +Zargen, Verglasung, Profile und Beschläge 
 +bis hin zum Nachziehen der 
 +Olivenschrauben wird hier ein kompletter 
 +„Wartungsservice“ angeboten,​ 
 +der gegebenenfalls durch einen 
 +entsprechenden Instandhaltungsvertrag 
 +ergänzt werden kann. Dabei 
 +entsteht leicht der Eindruck, dass es 
 +sich bei den Kosten dieser Verträge 
 +um als Betriebskosten umlagefähige 
 +Wartungskosten handelt. Die 
 +vorgenannten Kriterien für die als 
 +Betriebskosten anzusehenden Wartungskosten 
 +sind hier jedoch nicht 
 +erfüllt. Auch für eine Ausnahme, wie 
 +bei den erwähnten Gemeinschafts- 
 +Antennenanlagen,​ wird kein Raum 
 +gesehen. Schließlich werden mit 
 +der Fensterwartung auch keine Verkehrssicherungspflichten 
 +erfüllt, sodass 
 +auch dieses Argument für die 
 +Behandlung der Fensterwartungskosten 
 +als Betriebskosten entfällt. 
 +„Fenster-Wartungskosten“ – umlagefähig?​ 
 +Zusammengefasste Darstellung der Durchschnittswerte nach Einzelkostenartinhalt
jahrgang_2008_ausgabe_02_artikel_04.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)