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jahrgang_2010_ausgabe_03_artikel_01

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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jahrgang_2010_ausgabe_03_artikel_01 [2017/02/27 22:08] (aktuell)
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 +===Wasserpreisen=== 
 +====Kundenbilanz soll Transparenz bei Wasserpreisen erhöhen==== 
 +Die deutschen Wasserversorger 
 +wollen ihr Preissystem transparenter 
 +machen. Damit reagieren sie auf 
 +massive Kritik an den bundesweit um 
 +mehr als 300 Prozent auseinanderklaffenden 
 +Wasserpreisen und auf 
 +eine Entscheidung des BGH, der den 
 +Kartellbehörden bei Eingriffen in die 
 +Preisgestaltung der Wasserwerke 
 +den Rücken gestärkt hat. Mit dem 
 +„Kundenbilanz“ genannten Instrument 
 +sollen die Wasserversorger die 
 +örtlich unterschiedlichen Leistungen 
 +und jeweiligen Kostenbestandteile 
 +des Wasserpreises aufzeigen und 
 +systematisch darstellen können, 
 +welchen Einfluss die strukturellen 
 +Rahmenbedingungen vor Ort haben. 
 +Beispiele hierfür sind etwa die regional 
 +sehr unterschiedlichen Anforderungen 
 +an die Wassergewinnung,​ die 
 +Wasseraufbereitung und –verteilung 
 +sowie verschiedene Leistungs- und 
 +Qualitätsmerkmale. 
 +„Anhand der Kriterien Wasserherkunft,​ 
 +Rohwasserqualität,​ Geologie, 
 +Topografie, Urbanität und Siedlungsdichte 
 +erfasst die Kundenbilanz strukturelle 
 +Rahmenbedingungen,​ die sich auf die Trinkwasserkosten auswirken. 
 +Diese Rahmenbedingungen können 
 +von Ort zu Ort sehr unterschiedlich 
 +ausfallen und daher unterschiedlich 
 +hohe Kosten verursachen“,​ erläuterten 
 +Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer 
 +Wasser/​Abwasser des 
 +Bundesverbandes der Energie- und 
 +Wasserwirtschaft (BDEW), und Volker 
 +Staufert, Vorstandsmitglied der 
 +RheinEnergie AG, Köln, anlässlich 
 +der Präsentation der Kundenbilanz 
 +in Berlin. „Die Verbraucher wollen 
 +wissen, wofür sie zahlen und wie sich 
 +ihr Preis vor Ort bildet. Hier setzt die 
 +Kundenbilanz an. Mit diesem auf Initiative 
 +des BDEW entwickelten Instrument 
 +liegt erstmals eine bundesweit 
 +einheitliche Methodik zur Aufschlüsselung 
 +der einzelnen Kostenbestandteile 
 +und ihrer jeweiligen Anteile am 
 +Wasserpreis unter Berücksichtigung 
 +der damit erzielten Qualität und Leistungen 
 +vor“, so Weyand. Die Kundenbilanz 
 +zeige, wie sich die Wasserpreise 
 +pro Kopf und Jahr in einem 
 +Versorgungsgebiet zusammensetzen 
 +und wo investiert wird, um Qualität 
 +und Versorgungssicherheit dauerhaft 
 +gewährleisten zu können. 
 +Staufert: „Wir können mit Hilfe der 
 +Kundenbilanz anschaulich darstellen,​ 
 +welche Abgaben und Steuerbelastungen 
 +der Wasserpreis enthält, welche 
 +Leistungen wir zum Beispiel für die 
 +oberflächennahe Trinkwassergewinnung 
 +erbringen müssen und wie sich 
 +dies im Vergleich zur Wassergewinnung 
 +aus Tiefengrundwasser in unseren 
 +Kosten widerspiegelt. Wir haben 
 +uns für die Anwendung der Kundenbilanz 
 +entschieden,​ weil wir unseren 
 +Kunden mit diesem Instrument die 
 +Kostenbestandteile des Wasserpreises 
 +anschaulich darstellen und Preisunterschiede 
 +erläutern können.“ 
 +Die Kundenbilanz zeigt zusätzlich 
 +anhand der fünf Merkmale Wasserqualität,​ 
 +Umweltschutz,​ Instandhaltung,​ 
 +Versorgungssicherheit 
 +und Kundenservice Leistungs- und 
 +Qualitätsmerkmale der jeweiligen 
 +Anbieter. Ein weiterer wesentlicher 
 +Faktor sind Steuern und Abgaben, 
 +also neben der Mehrwertsteuer zum 
 +Beispiel die von den Wasserversorgern 
 +zu zahlenden Konzessionsabgaben 
 +oder Wasserentnahmeentgelte,​ 
 +die sich deutschlandweit erheblich 
 +unterscheiden. Mit der Kundenbilanz 
 +kann jedes Wasserversorgungsunternehmen 
 +ausweisen, welche 
 +Leistung und Qualität es unter den 
 +jeweiligen örtlichen Bedingungen 
 +sichert und den Kunden die damit 
 +möglicherweise verbundenen Preisunterschiede 
 +erläutern. „Durch eine 
 +Teilnahme an der Kundenbilanz können 
 +Wasserversorger aktiv die Diskussion 
 +um die Trinkwasserpreise 
 +versachlichen“,​ so Weyand.inhalt
jahrgang_2010_ausgabe_03_artikel_01.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:08 (Externe Bearbeitung)