BekoNet - WiKi

     Das Betriebskosten-WiKi

Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


jahrgang_2010_ausgabe_03_artikel_03

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

jahrgang_2010_ausgabe_03_artikel_03 [2017/02/27 22:08] (aktuell)
Zeile 1: Zeile 1:
 +===Weniger Entsorgungskosten – mehr Komfort=== 
 +====Weniger Entsorgungskosten – mehr Komfort==== 
 +Der lange und kalte Winter hat für 
 +einen beträchtlichen Teil der Haushalte 
 +zu Nachzahlungsforderungen 
 +bei den Heizkosten geführt. Umso 
 +mehr müssen die Anstrengungen 
 +zur Senkung der sogenannten „zweiten 
 +Miete“ fortgeführt werden. Bei 
 +den kalten Betriebskosten sind dabei 
 +neben den Wasser- und Abwasserkosten 
 +Müllbeseitigungskosten 
 +besonders interessant. 
 +Ein Hebel zur Reduzierung dieser Kostenposition 
 +ist die konsequente Restmülltrennung. 
 +So hat im Jahr 2008 
 +jeder Bundesbürger 453 Kilogramm 
 +Abfälle produziert, davon aber nur 
 +55 Prozent getrennt entsorgt (Quelle: 
 +Statistisches Bundesamt). Mit einer 
 +verbesserten Abfalltrennung könnten 
 +die Entsorgungskosten noch deutlicher 
 +gesenkt werden. Eine Restmüllanalyse 
 +der Stadt Magdeburg zeigt 
 +die Potenziale: Nur 26 Prozent der 
 +in den Grauen Tonnen befindlichen 
 +Abfälle ist tatsächlich Restmüll. Die 
 +übrigen Bestandteile könnten ohne 
 +weiteres ökologischer und kostengünstiger 
 +verwertet werden. 
 +Im Rahmen von Vor-Ort-Analysen 
 +im Geschosswohnungsbau stellt die 
 +Innotec abfall-management GmbH 
 +immer wieder fest, dass Abfall nachlässig 
 +getrennt wird und Restmüllbehälter 
 +am Leerungstag nur teilweise 
 +oder gar nicht befüllt sind. So 
 +schwanken die durchschnittlichen 
 +Füllgewichte in den verschiedenen 
 +Städten ganz erheblich: Ein 1.100 L 
 +Müllgefäß wiegt im Durchschnitt bei 
 +der Leerung in Berlin nur 88 kg, in 
 +Köln bzw. Mainz sind es rund 110 
 +kg und in Leipzig 168 kg. Das heißt: 
 +Viele Gefäße enthalten zu einem 
 +erheblichen Teil nur Luft. Solche 
 +Überkapazitäten machen sich nicht 
 +nur schmerzhaft bei den Betriebskosten 
 +bemerkbar, sondern können 
 +zu Widersprüchen von trennwilligen 
 +und kostenbewussten Mietern gegen 
 +die Abrechnung führen. Hier setzen 
 +externe Abfallmanagement-Dienstleister 
 +an, um die Abfallsysteme für 
 +den Geschosswohnungsbau ökonomisch 
 +und ökologisch optimal zu nutzen 
 +und eine Reduzierung der Abfall- 
 +Weniger Entsorgungskosten – mehr Komfort 
 +
 +gebühren umzusetzen. Zwei Systeme 
 +haben sich für den Geschosswohnungsbau 
 +als besonders geeignet 
 +und effektiv herauskristallisiert.1. Konventionelles 
 +Abfallmanagement 
 +Im Wesentlichen hat das konventionelle 
 +Abfallmanagement drei Leistungskomponenten:​ 
 +Beratung – Kontrolle/​ 
 +Nachsortierung – Reinigung. Die 
 +einzelnen Komponenten werden dabei 
 +von den verschiedenen Anbietern in 
 +unterschiedlicher Zusammenstellung 
 +und Intensität umgesetzt. Das Reinigungsunternehmen/​ 
 +der Hausmeisterdienst,​ 
 +der die Abfallstandplätze 
 +von Beistellungen befreit und reinigt, 
 +ist deshalb noch kein Abfallmanagementunternehmen. 
 +Zwar wird hierdurch 
 +die Qualität des Wohnumfeldes 
 +verbessert, aber erst durch die 
 +Integration von Kontroll- bzw. Sortierleistungen 
 +bzw. durch eine gezielte 
 +abfallwirtschaftliche Beratung der 
 +Mieter können Potenziale zur Kostensenkung 
 +erschlossen werden. 
 +Hierbei erfolgt u. a. vor Ort mehrmals 
 +wöchentlich eine Sichtkontrolle,​ ob 
 +die Abfall- und Wertstoffgefäße satzungsgerecht 
 +befüllt sind. Fehlwürfe 
 +werden zeitnah beseitigt, bevor das 
 +Gefäß vollständig befüllt und damit 
 +eine Prüfung nur noch an der Oberfläche 
 +möglich ist. Darüber hinaus 
 +organisieren die Abfallmanagementdienstleister 
 +in der Regel auch 
 +die Abfuhr von wild abgelagertem 
 +Sperrgut. Das konventionelle Abfallmanagement 
 +ist besonders für den 
 +problembehafteten Geschosswohnungsbau 
 +geeignet. Je intensiver 
 +solche Systeme auf eine Einbeziehung 
 +der Mieter zielen, etwa durch 
 +Informationsbroschüren,​ Ein- und 
 +Auszugsberatung,​ Mietergespräche,​ 
 +Infoveranstaltungen,​ Service-Hotline 
 +desto nachhaltiger ist der Erfolg. 
 +Zusammen mit kontinuierlichen 
 +Kontrollen und Nachsortierung der 
 +Abfallgefäße sind mit dem konventionellen 
 +Abfallmanagement im klassischen 
 +Geschosswohnungsbau Einsparungen 
 +bei den Abfallgebühren 
 +von 30 bis 40 Prozent realisierbar. 
 +2. Verursachergerechtes 
 +Abfallmanagement 
 +Hierbei erfolgt die individuelle Zuordnung 
 +der Abfälle durch den Einsatz 
 +von identgesteuerten Einwurfsystemen,​ 
 +sogenannten Müllmengenerfassungsanlagen. 
 +Grundsätzlich sind 
 +bei solchen „Müllkostenverteilern“ 
 +volumen- (sogenannte Abfallschleusen) 
 +und gewichtsgestützte Systeme 
 +(„Müllwaagen“) zu unterscheiden. 
 +Die meisten Systeme arbeiten mit 
 +sogenannten Umhausungen (z. B. 
 +Waschbetonboxen),​ einige auch als 
 +Deckelsystem auf dem Abfallbehälter 
 +selbst bzw. als Presscontainersystem. 
 +Betriebskostenrechtlich ist 
 +die Umstellung auf eine verursachergerechte 
 +Abrechnung von verbrauchsabhängigen 
 +Betriebskosten 
 +– hierzu zählt auch die Müllbeseitigung 
 +– gemäß § 556a BGB 
 +unproblematisch. 
 +Durch die Integration des Produktes 
 +„Abfallschleuse“ in ein 
 +umfassendes Abfallmanagementkonzept 
 +ist es möglich, 
 +negative Begleiteffekte wie 
 +Beistellungen oder Fehlbefüllungen 
 +der Wertstoffgefäße 
 +zu minimieren. Voraussetzung 
 +ist auch hier die umfassende 
 +Einbeziehung der Mieter in 
 +das System. Die Akzeptanz 
 +der verursachergerechten 
 +Kostenverteilung ist bei den Mietern 
 +außerordentlich hoch. 92 Prozent 
 +der im Rahmen einer Stichprobe 
 +2004 durch das Geographische Institut 
 +der Universität Kiel befragten 
 +Haushalte hielten es für richtig, dass 
 +Müllgebühren nach Verbrauch abgerechnet 
 +werden. Durch die unmittelbare 
 +Kostenzuordnung bieten diese 
 +Systeme einen hohen wirtschaftlichen 
 +Anreiz zur Abfalltrennung,​ 
 +wodurch Einsparungen bei den Entsorgungskosten 
 +von mindestens 50 
 +Prozent erzielt werden können. 
 +Eine Studie des Witzenhausen Instituts,​ 
 +welches die Einführung eines 
 +verursachergerechten Abfallmanagements 
 +bei der WBG Zukunft in 
 +Erfurt wissenschaftlich begleitete,​ 
 +belegt, dass die Einführung der Müllschleuse 
 +bei richtiger Projektführung 
 +auch ohne negative Begleiteffekte 
 +möglich ist. 
 +Insgesamt wurde im Rahmen der 
 +Studie festgestellt,​ dass sich mit 
 +Einführung der Müllschleusen,​ die 
 +Menge der getrennt gesammelten 
 +Wertstoffe deutlich erhöht hat. 
 +Durch die starke Reduzierung der 
 +Restmüllmengen von 60 auf unter 10 
 +Liter pro Person und Woche konnten 
 +bereits innerhalb des ersten Jahres 
 +die Restmüllkosten um über 70 Prozent 
 +reduziert werden. Für Vermieter 
 +besonders interessant ist, dass aufgrund 
 +des hohen Einsparpotenzials 
 +die Refinanzierung des gesamten 
 +Systems einschließlich der Dienstleistung 
 +vollständig über eine Beteiligung 
 +an den erzielten Einsparungen 
 +erfolgen kann. Es fallen also weder 
 +Investitionen noch laufende Fixkosten 
 +an.inhalt
jahrgang_2010_ausgabe_03_artikel_03.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:08 (Externe Bearbeitung)