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jahrgang_2012_ausgabe_03_artikel_01

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jahrgang_2012_ausgabe_03_artikel_01 [2017/02/27 22:08] (aktuell)
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 +===Unter der Lupe=== 
 +====Fernwärmepreise==== 
 +Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die Fernwärmepreise im 
 +Freistaat unter die Lupe genommen. Eine in den zurückliegenden 
 +Monaten durchgeführte Abfrage unter 43 Thüringer Fernwärmeversorgern 
 +hat Preisunterschiede von bis zu 50 % zwischen dem teuersten 
 +und dem günstigsten Anbieter ergeben. Neun Unternehmen 
 +liegen mindestens um 10 % über dem Durchschnitt aller Versorgungsunternehmen. 
 +Diese neun Unternehmen will Wirtschaftsminister 
 +Matthias Machnig zu Gesprächen einladen. Er kündigte eine vertiefte 
 +kartellrechtliche Prüfung der Fernwärmepreise in Thüringen an. Gerade 
 +die Energiewende müsse faire und wettbewerbsfähige Energiepreise 
 +sichern, um Akzeptanz zu finden. „Dafür ist Preistransparenz 
 +entscheidend“,​ so Machnig. „Dafür wollen wir sorgen.“ 
 +Insgesamt hatte das Wirtschaftsministerium vier typische Abnahmefälle 
 +untersucht: zwei im Bereich größerer Industrieunternehmen sowie jeweils 
 +einen in mehrgeschossigen Plattenbauten und Einfamilienhäusern. Die 
 +konkrete Überprüfung soll sich jetzt auf den für die Praxis relevantesten 
 +Abnahmefall des Plattenbaus konzentrieren (160 kW Leistung, 288 MWh, 
 +Quelle: E.ON Hanse Wärme GmbH 
 +1.800 h/Jahr). Der Durchschnittsnettopreis beträgt hier 85,53 € je Megawattstunde 
 +– der günstigste Thüringer Anbieter berechnet allerdings nur 
 +55,46 €, während der teuerste 99,98 € verlangt. Im Fokus stehen deshalb 
 +diejenigen neun Versorgungsunternehmen,​ deren Preis über einer Grenze 
 +von 94,08 € liegt. 
 +Im Markt für Fernwärme gebe es nach wie vor keinen funktionierenden 
 +Wettbewerb, begründete Minister Machnig das Vorgehen: „Ein Wechsel 
 +des Versorgers ist hier nicht möglich, sodass von einer Monopolstellung 
 +dieser Unternehmen auszugehen ist.“ Es bestehe grundsätzlich der 
 +Verdacht, dass sich diese Monopolstellung auf die Preisbildung auswirke. 
 +Machnig: „Wir wollen deshalb wissen, wie die höheren Preise begründet 
 +werden und wie der enorme Abstand zu den preisgünstigsten Anbietern 
 +zustande kommt.“ 
 +Nicht für den betrachteten Abnahmefall „Plattenbau“,​ aber zumindest 
 +für den Unternehmensbereich liegen bundesweite Vergleichswerte 
 +des Bundesverbands der Energieabnehmer (VEA) vor. Dabei zeigt sich: 
 +Mit einem durchschnittlichen Fernwärmepreis von 84,50 € liegt Thüringen 
 +hier leicht unter dem Vergleichswert der neuen (85,38 €), aber 
 +deutlich über dem Niveau der alten Bundesländer (70,39 €). „Das relativ 
 +große Energiepreisgefälle zwischen alten und neuen Ländern lässt sich 
 +also auch im Fernwärmesektor beobachten“,​ sagte Wirtschaftsminister 
 +Machnig. Bei der Umsetzung der Energiewende werde deshalb darauf 
 +zu achten sein, die anfallenden Kosten für den notwendigen Ausbau 
 +von Kraftwerken und Netzen gerechter als bisher auf alle Schultern zu 
 +verteilen.inhalt
jahrgang_2012_ausgabe_03_artikel_01.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:08 (Externe Bearbeitung)