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jahrgang_2013_ausgabe_01_artikel_03

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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jahrgang_2013_ausgabe_01_artikel_03 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Wartung von Hydraulikaufzügen=== 
 +====Ölanalyse und Mikrofiltration bei hydraulischen Aufzugsanlagen==== 
 +Zu den Kosten des Betriebs des Personen- und Lastenaufzuges gemäß 
 +§ 2 Nr. 7 BetrKV zählen u. a. „die Kosten der Überwachung und Pflege 
 +der Anlage, der regelmäßigen Prüfung ihrer Betriebsbereitschaft und 
 +Betriebssicherheit einschließlich der Einstellung durch eine Fachkraft“. Für 
 +diese Arbeiten werden in der Regel Wartungsverträge mit entsprechenden 
 +Fachfirmen geschlossen. Handelt es sich um Vollwartungsverträge,​ ist bei 
 +Hydraulikaufzügen in der Regel auch der Austausch des Hydrauliköls in den 
 +Intervallen gemäß Herstellerrichtlinien vorsehen. Dieser Austausch dient 
 +der Aufrechterhaltung der Betriebs- und Funktionsfähigkeit. Gleichwohl ist 
 +umstritten, ob die Kosten für diesen Ölwechsel einschließlich der Tankreinigung,​ 
 +die abhängig von der Aufzugsgröße schnell mit einem vierstelligen 
 +Betrag zu Buche schlagen können, als Betriebskosten umlagefähig sind. 
 +Anders als die Kosten für Schmierstoffe,​ Reinigungsstoffe und Reinigungsgerät 
 +zählt z. B. Langenberg die Kosten für den Austausch des Hydrauliköls 
 +zu den Instandsetzungskosten und hält sie deshalb nicht für umlagefähig 
 +(Langenberg,​ Betriebskosten- und Heizkostenrecht,​ 6. Auflage, A 98). 
 +Diese Eingrenzung der umlagefähigen Aufzugskosten erscheint jedoch 
 +zu eng. Von Instandsetzungskosten kann in diesem Zusammenhang nur 
 +die Rede sein, wenn der Austausch des Hydrauliköls nicht aufgrund der 
 +Herstellerrichtlinien,​ sondern wegen eines Defekts oder aus Anlass von 
 +Reparaturarbeiten erfolgt. Das unabhängige Beratungs- und Planungsbüro 
 +für Aufzug- und Fördertechnik „DieAufzugBerater“ (www.dieaufzugberater. 
 +de) hat schon vor geraumer Zeit über eine Alternative zum regelmäßigen 
 +Hydraulikölwechsel informiert: Die regelmäßige Ölanalyse und -wenn 
 +erforderlich – die Mikrofiltration,​ mit der sich zwei Betreiberziele erreichen 
 +lassen, nämlich zuverlässiger Betrieb und Kostenersparnis. Mit Hilfe der 
 +Labor-Ölanalyse kann kostengünstig und herstellerneutral präzise die 
 +Ölqualität beurteilt und ein Trendverhalten beim Öl dokumentiert werden. 
 +In dem Laborbericht werden verschiedene Ölparameter wie Verschleiß,​ 
 +Verunreinigung,​ Ölzustand, Additive und Zusatzteste mit der Ermittlung 
 +der Reinheitsklasse nach ISO 4406 (1999) aufgelistet. In einer Kurzbewertung 
 +werden die weitere 
 +Verwendbarkeit des Öls 
 +eingeschätzt und gegebenenfalls 
 +erforderliche Aktivitäten 
 +vor einer weiteren Verwendung,​ 
 +wie z B. eine Mikrofiltration,​ 
 +genannt. Mit der 
 +Mikrofiltration können im Öl 
 +befindliche feinste Feststoffverunreinigungen 
 +und Wasser 
 +im Nebenstrom ausgefiltert 
 +werden. Der Alterungsprozess 
 +der Flüssigkeit verlangsamt 
 +sich, Systemstörungen,​ Verschleiß 
 +und Ausfälle werden 
 +reduziert. Gegenüber dem 
 +regelmäßigen Austausch des 
 +Hydrauliköls alle fünf Jahre 
 +liegen die Kosten der Ölanalyse (je nach Frequentierung der Anlage in der 
 +Regel alle zwei bis drei Jahre) und die Kosten der Mikrofiltration bei fünf 
 +bis zwanzig Prozent. Während die Aufzugsanlage für die Entnahme der 
 +Ölprobe grundsätzlich kurzzeitig stillgelegt werden muss, ist die Mikrofiltration 
 +auch bei laufendem Aufzugsbetrieb ohne Eingriff in das Hydrauliksystem 
 +möglich. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass mit Ölanalyse und 
 +gegebenenfalls Mikrofiltration die Reinheitsklasse des Hydrauliköls auch 
 +nach zehn Jahren den Forderungen des Aggregatherstellers entsprach. Die 
 +Ölwechselzyklen konnten deutlich über die von den Herstellerrichtlinien 
 +vorgegebenen Intervalle hinaus verlängert und Kosten gespart werden. Vor 
 +diesem Hintergrund dürfen die Kosten der regelmäßigen Ölanalyse und der 
 +Mikrofiltration als Kosten des Betriebs des Personen- und Lastenaufzugs 
 +gemäß § 2 Nr. 7 BetrKV umlagefähig sein.inhalt
jahrgang_2013_ausgabe_01_artikel_03.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)