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jahrgang_2013_ausgabe_02_artikel_06

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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jahrgang_2013_ausgabe_02_artikel_06 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Energieeffizienz in Gebäuden=== 
 +====Am Nutzerverhalten entscheidet sich die Energiewende==== 
 +In wärmegedämmten Gebäuden wird mehr Energie verschwendet als in 
 +ungedämmten. Der absolute Energieverbrauch wird mit zunehmender 
 +energetischer Gebäudequalität immer kleiner, aber der Einfluss der Nutzer 
 +und ihre Neigung zum verschwenderischen Umgang nehmen deutlich 
 +zu. Zu diesem Ergebnis kommt die bundesweit größte Studie zur Energieeffizienz 
 +in Gebäuden, die die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Warmwasserkostenverteilung 
 +(Arge Heiwako) bei dem renommierten Institut für 
 +Energie Technik der Technischen Universität Dresden in Auftrag gegeben 
 +hat. Basis der Studie waren anonymisierte Messdaten von 3,3 Mio. Wohnungen. 
 +Die Studie bestätigt ein hohes CO2-Minderungspotenzial durch 
 +die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung. Seit Einführung der 
 +Abrechnungspflicht im Jahr 1981 wurden rund 350 Mio. t CO2 eingespart. 
 +Den Berechnungen des Instituts zufolge sind Heizkostenabrechnung in 
 +ihrer Wirkung besser als Energiesparlampen und sogar vergleichbar mit 
 +der Sanierung aller unsanierten Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Analyse 
 +belegt, dass in Mehrfamilienhäusern die gemessenen Raumtemperaturen 
 +in zwei Dritteln aller untersuchten Wohnräume deutlich unter dem 
 +theoretischen Sollwert von 20 °C liegen. Die Hälfte aller erfassten Werte 
 +lag sogar unter 19 °C. Demnach verhalten sich die Nutzer in Altbauten 
 +deutlich energiebewusster als bisher angenommen, und ihr Verhalten 
 +hat einen größeren Einfluss auf den Gesamtverbrauch als vermutet. 
 +Der gemessene Energieverbrauch von Altbauten fällt im Durchschnitt 
 +deutlich niedriger aus als der berechnete Bedarf nach Energieeinsparverordnung 
 +(EnEV). Einsparpotenziale von energetischen Maßnahmen 
 +an Gebäudehülle und Anlagentechnik werden deshalb überschätzt. Die 
 +Studie belegt auch die Überlegenheit des Verbrauchsausweises gegenüber 
 +dem Bedarfsausweis. Weil die Berechnungsgrundlage (DIN V 18599) auf 
 +anderen Grundannahmen beruht, wird der berechnete Energieverbrauch 
 +im Neubau nicht erreicht. Einsparpotenziale im Altbau können jedoch nur 
 +dann seriös prognostiziert werden, wenn für jeden Einzelfall die tatsächliche 
 +Verbrauchssituation geprüft werde. Ebenso wie im Altbau würden 
 +die Auswirkungen der energetischen Vorschriften nach EnEV im Neubau 
 +überschätzt. Dafür ist im Wesentlichen das Nutzerverhalten verantwortlich. 
 +Vor allem in neuen Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf verbrauchen 
 +die Nutzer durch ihr Heiz- und Lüftungsverhalten mehr Wärme als 
 +berechnet. Das Nutzerverhalten,​ so das Fazit, ist also entscheidend. Nur 
 +wer weiß, wie viel Energie er verbraucht und was das kostet, wird sein 
 +Verhalten im Umgang mit Energie überdenken. Und nur, wer sein Verhalten 
 +überdenkt, wird sein Verbrauchsverhalten anpassen.inhalt
jahrgang_2013_ausgabe_02_artikel_06.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)