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jahrgang_2014_ausgabe_01_artikel_07

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

jahrgang_2014_ausgabe_01_artikel_07 [2017/02/27 22:09] (aktuell)
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 +===Alle zahlen für Einen=== 
 +====Steigende Heizkosten durch erhöhtes Wärmebedürfnis Einzelner==== 
 +Selbst bei optimal eingestellter 
 +Heizanlage beklagen sich 
 +spätestens mit den ersten 
 +kalten Herbsttagen einzelne 
 +Bewohner darüber, dass die 
 +eigene Wohnung nicht warm 
 +genug wird und die Heizung 
 +etwas höher gedreht werden 
 +soll. Schließlich zahle man ja im Rahmen der Heizkostenabrechnung 
 +auch die Mehrkosten dafür. Gegen ein Verstellen der Heizkurve für 
 +höhere Raumtemperaturen des Einzelnen wäre grundsätzlich nichts 
 +einzuwenden. Die Folgen für die Hausgemeinschaft werden oft jedoch 
 +nicht bedacht und meistens unterschätzt. 
 +Ob und welche Mehrkosten dies verursacht, hat das Institut für Energietechnik 
 +an der Technischen Universität Dresden im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft 
 +Heiz- und Warmwasserkostenverteilung untersucht. Anhand 
 +von Fallbeispielen zeigt die Studie, dass sich das stärkere Wärmebedürfnis 
 +einzelner Bewohner auf die Wärmebilanz des gesamten Hauses auswirkt. 
 +Solche Forderungen sind technisch nur mit der Erhöhung der zentralen 
 +Vorlauftemperatur zu erfüllen. Die Wärmebedarfswerte der Gebäude und 
 +damit auch die Energieträgerzufuhr (Endenergiebedarf Raumheizung) 
 +erhöhen sich dann zwischen 4 % bei älteren Häusern und bis zu 11 % 
 +bei Neubauten. Deshalb sollten Vorlauftemperatureinstellungen nicht 
 +leichtfertig erhöht werden. Die meist unnötigen Kosten dafür müssen alle 
 +Bewohner des Gebäudes bezahlen. 
 +Untersuchungen an Mehrfamilienhäusern 
 +Die Untersuchungen zum Mehrverbrauch wurden an zwei repräsentativen 
 +Mehrfamilienhäusern mit zwölf Wohneinheiten durchgeführt. Die 
 +Wohnungen haben eine Grundfläche von durchschnittlich 95 m2. Um 
 +Ergebnisse für unterschiedliche Baualtersklassen zu erhalten, wurde 
 +der veränderte Heizwärmeverbrauch für zwei Gebäude berechnet,​ 
 +eines nach der Wärmeschutzverordnung ab 1982 und eines nach der 
 +Energieeinsparverordnung (EnEV) ab 2009. In ersterem ergibt sich 
 +ein durchschnittlicher Jahresheizwärmebedarf pro Quadratmeter von 
 +92,3 kWh, beim EnEV-2009-Gebäude von 22,5 kWh. Ausgehend von einer normalen Beheizung mit 20 °C für Wohnräume und 24 °C für 
 +Bäder wurden verschiedene extreme Beheizungssituationen,​ sowohl 
 +einzeln, als auch in Kombination betrachtet. Dazu gehören das Erhöhen 
 +der Solltemperatur in einem Raum, das Erhöhen der Solltemperatur in 
 +allen Räumen, die Verringerung des Luftwechsels und das Anheben der 
 +Soll-Vorlauftemperatur für das gesamte Gebäude. 
 +Erhöhte Vorlauftemperaturen bezahlen alle 
 +In einem Szenario wurde untersucht, wie das Wohnzimmer in einer 
 +Wohnung auf 28 °C zu erwärmen ist. Diese Raumtemperatur lässt sich 
 +nur dann erreichen, wenn die gesamte Wohnung und nicht nur ein einzelner 
 +Raum auf höhere Solltemperaturen eingestellt wird. Noch wichtiger 
 +aber: Es genügt nicht, die Heizkörperventile voll aufzudrehen,​ die 
 +Vorlauftemperatur für das gesamte Gebäude muss erhöht werden. Die 
 +erhöhte Raumtemperaturanforderung einer Wohnung verursacht auf 
 +diese Weise einen Endenergie-Mehrbedarf für die Solidargemeinschaft 
 +aller Bewohner von 4 bis 11 %. Dabei ist der relative Mehrbedarf umso 
 +größer, je besser die energetische Qualität des Gebäudes ist. Selbst 
 +wenn die mittlere Wohnungstemperatur in einem EnEV-2009-Gebäude 
 +nur von 21 auf 24 °C angehoben wird, verursacht das immer noch einen 
 +relativen Energie-Mehrbedarf von 5 %, den alle zu bezahlen haben, 
 +auch wenn der Mehrheit der Bewohner die ursprünglich bereitgestellte 
 +Wärme völlig ausreicht. Die komplette Studie kann unter info@argeheiwako. 
 +de bestellt werden. 
 +Alle zahlen für Einen 
 +Haushaltsnahe Handwerkerleistungen 
 +Kosten der Legionellenprüfung 
 +und § 35a EStG – doch keine Steuerermäßigung 
 +Zuletzt in Betriebskosten aktuell 1/2013 hatten wir über die Frage der Anerkennung der Legionellenprüfung 
 +als haushaltsnahe Handwerkerleistung gemäß § 35a Absatz 3 EStG informiert. 
 +Zwischenzeitlich hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) in einem Schreiben IV C 4-S 
 +2296-b/​07/​0007 vom 15. November 2013 an die ARGE Heiz- und Wasserkostenverteilung e. V. 
 +festgestellt,​ dass es sich bei der verpflichtenden Trinkwasseruntersuchung auf Legionellen um Gutachtertätigkeiten 
 +handelt, die weder zu den haushaltsnahen Dienstleistungen noch zu den Handwerkerleistungen 
 +zählen. Das BMF hat diese Auffassung zum Zwecke einer bundeseinheitlichen 
 +Anwendung mit den obersten Finanzbehörden der Länder abgestimmt. Die Kosten der Legionellenprüfung 
 +fallen damit grundsätzlich nicht unter die Steuerermäßigungsregelung des § 35a EStG. 
 +Quelle: KALO 
 +Quelle: Einhalt
jahrgang_2014_ausgabe_01_artikel_07.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:09 (Externe Bearbeitung)