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jahrgang_2014_ausgabe_04_artikel_01

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen gezeigt.

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jahrgang_2014_ausgabe_04_artikel_01 [2017/02/27 22:08] (aktuell)
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 +===Gut besuchtes Panel auf der VNW-Arbeitstagung=== 
 +====Betriebskosten-Benchmarking als zentrales Steuerungsinstrument==== 
 +Auf der diesjährigen Arbeitstagung des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen 
 +(VNW) in Lübeck konnte Reinhard Zehl, Geschäftsführer 
 +der WohnCom GmbH Berlin, vor 110 Teilnehmern noch einmal 
 +für die Vorzüge des Betriebskosten-Benchmarking als Instrument zur 
 +Steuerung der Betriebskostenentwicklung werben. Seine wesentlichen 
 +Botschaften sind im Folgenden aufgeführt. 
 +Betriebskosten werden zum Problem 
 +Die Betriebskosten in der Wohnungswirtschaft erfahren nicht die ihnen 
 +gebührende Beachtung. Deswegen werden sie überall da, wo sie stärker 
 +steigen als die Kaltmieten, von allein auf sich aufmerksam machen. Denn 
 +bei stagnierenden Einkommen und davon ausgehendem Druck auf die 
 +Gesamtmieten wird ein immer kleiner werdender Anteil der Kaltmiete 
 +zum echten Problem. In den letzten zwanzig Jahren ist der Anteil der 
 +Betriebskosten von etwa 20 % auf 30 % der Gesamtmiete gestiegen. 
 +Benchmarking 
 +Benchmarking ist der Vergleich von Kosten, Prozessen oder Verfahren 
 +mit dem Ziel, die Leistungslücke zum Klassenbesten zu schließen. In 
 +der Wohnungswirtschaft gibt es seit einigen Jahren das Betriebskosten- 
 +Benchmarking auf Basis der Geislinger Konvention. Dabei entstanden 
 +über die Jahre hinweg wertvolle Informationen über den Kostenverlauf,​ 
 +die Einflussgrößen für die Kostenhöhe,​ und somit eine Datenbasis die als 
 +„belastbar“ bezeichnen werden darf. 
 +Optimierung 
 +In den vergangenen zehn Jahren haben die Wohnungsunternehmen begonnen, 
 +gegenzusteuern. Müllgebühren,​ Aufzugswartungsverträge und vieles 
 +mehr wurden unter die Lupe genommen. In einigen Städten konnten so in 
 +den vergangenen Jahren viele Millionen Euro eingespart werden. Mit dem 
 +bundesweiten Betriebskosten-Benchmarking wurde nachgewiesen,​ dass 
 +durch intensive und flächendeckende Anstrengungen lokal eine Dämpfung 
 +des Kostenanstiegs gegenüber anderen Regionen erreicht wurde. 
 +Internes Betriebskosten-Benchmarking 
 +Zunächst führen die Anwender des Benchmarking-Verfahrens interne 
 +Vergleiche durch und betrachten die unterschiedlichen Gegebenheiten 
 +ihrer Objekte. Schon hierbei ist es möglich, „Kosten-Ausreißer“ zu finden 
 +und ggf. an den Ursachen zu arbeiten. Ein Nebeneffekt ist, dass eine 
 +ganz neue Sichtweise auf die Betriebskosten entsteht und für bestimmte 
 +Objekt-Typen oder Ausstattungsmerkmale erstmals so etwas wie 
 +Kennwerte entstehen, die als Orientierungsmerkmal (interne Benchmark) 
 +dienen können. 
 +Externes Betriebskosten-Benchmarking 
 +Im externen Vergleich können die Unternehmen sich anonym mit 
 +anderen Marktteilnehmern vergleichen und ermitteln, ob ihre eigene 
 +Entwicklung in etwa gleich läuft oder ob – und wenn ja, welche – Unterschiede 
 +es gibt. 
 +Das externe Benchmarking dient allen Teilnehmern dazu, regionale Kennwerte 
 +zu erarbeiten. An diesen kann abgelesen werden, welche Kostenhöhen 
 +unter welchen Bedingungen regional üblich sind bzw. in welchen 
 +Spannbreiten sich Kosten bewegen können. Die so gewonnenen Informationen 
 +können gut für weiträumige Kostensenkungsprojekte verwendet 
 +werden, wie Beispiele aus den Bereichen Müll und Aufzug zeigen. 
 +Geislinger Konvention 
 +Eine differenzierte Auswertung und Darstellung der Kosten ist nur mit viel 
 +Fleiß und vielen Beteiligten zu erreichen. Inzwischen werden bundesweit 
 +Daten von ca. 4 Mio. Wohnungen jährlich auf Basis der Geislinger Konvention 
 +ausgewertet. Das findet nach festen Regeln statt, die im Arbeitskreis 
 +Geislinger Konvention unter Federführung von Prof. Dr. Hansjoerg Bach, 
 +FRICS, verabschiedet wurden und stetig weiterentwickelt werden. 
 +Vorsprung durch Technik ? 
 +Betriebskostensenkungen entstehen nicht durch „smart metering“ oder 
 +durch monatliche Ablesung, eher ist das Gegenteil der Fall. Kostensenkung 
 +bzw. eine Dämpfung des Anstiegs erreicht man nur mit systematischer 
 +Vorgehensweise,​Transparenz,​ Analyse, Maßnahmenplanung 
 +und -umsetzung. Eine gute Verbrauchsanalyse für Gebäude oder Nutzer 
 +braucht keine elektronischen Heizkostenverteiler oder Funkgeräte.Die praktische Seite 
 +Eine Teilnahme am internen oder externen Betriebskosten-Benchmarking 
 +ist nicht schwer. Auch gibt es durch Verbandskooperationen sehr 
 +preiswerte Nutzungs-Optionen und zusätzlich verschiedene Angebote 
 +der Dienstleister. Hilfe gibt es bei der Datenaufbereitung und Plausibilisierung 
 +der Kostenwerte,​ eine Schulung zur Nutzung des Benchmarking- 
 +Programms wird angeboten. Im Gegenzug für ihre Teilnahme erhalten die 
 +Wohnungsunternehmen ein Reporting-System,​ welches Antworten zu fast 
 +jeder Betriebskostenfrage ermöglicht und aussagefähige Grafiken z.B. für 
 +die Mieterkommunikation oder Berichterstattung für die Geschäftsleitung 
 +und den Aufsichtsrat erzeugt. Sucht ein Mitarbeiter die Betriebskosten 
 +eines bestimmten Objektes, so können diese in wenigen Sekunden 
 +angezeigt werden. Die Objekte mit den besten oder mit den höchsten 
 +Kosten zu finden, ist ein Kinderspiel. Den Energieverbrauch aller Objekte 
 +auswerten oder ein Export der Daten nach EXCEL oder PDF: alles selbstverständlich. 
 +Das Betriebskosten-Benchmarking-Verfahren kann zentrales 
 +Steuerungsinstrument für das Betriebskosten-Management sein. Es zeigt 
 +alle Zahlen, alle Objekte, die Kostenentwicklung,​ Energieverbräuche,​ 
 +durchgeführte Maßnahmen und vieles mehr. 
 +Die Betriebskosten-Bremse 
 +Im Zuge der öffentlichen Diskussion entsteht immer wieder die Frage, was 
 +kostet das Wohnen wirklich? Vor Gericht werden sog. „wissenschaftliche 
 +Mietspiegel“ angezweifelt oder um die „Kosten der Unterkunft“ gestritten. 
 +Um die Betriebskosten als wachsenden Teil der Wohnkosten in den 
 +Griff zu bekommen, ihren ungebremsten Anstieg wenigstens abzumildern,​ 
 +braucht es ein Transparenz- und Steuerungsinstrument,​ welches aus der 
 +Branche heraus entwickelt und gefördert wird. 
 +Das Betriebskosten-Benchmarking nach Geislinger Konvention kann das 
 +leisten. 
 +12 |inhalt
jahrgang_2014_ausgabe_04_artikel_01.txt · Zuletzt geändert: 2017/02/27 22:08 (Externe Bearbeitung)